Nökkvi frá Neđra-Vatnshorni

Nokkvi 1Nökkvi frá Neđra-Vatnshorni

*1988 in Island


Nokkvi 2  12.02.2014
  

 

 

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“ (Dietrich Bonhoeffer)
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Vor 10 Jahren bekam ich Nökkvi als Pflegepferd. Ich hätte niemals gedacht, dass aus dem eher zurückhaltenden, sturen Pony und mir einmal eine so tiefe, innige Freundschaft und Vertrautheit entstehen würde. Er war immer für mich da, war an meiner Seite bei allen Prüfungen und Entscheidungen, die ich in diesen 10 Jahren bestehen bzw. treffen musste.

Mit der Zeit wuchsen unsere Freundschaft und unsere Vertrautheit und der kleine, weiße Nökkvi wurde zu einem wichtigen Bestandteil meiner Kindheit. Wir erkundeten zusammen den Wald rund um Güttersbach und erlebten dabei allerhand, ob wir im Schnee stecken blieben oder der Gute mich in einen Baum hängte und weiter lief bis ihm auffiel, dass ich nicht mehr auf seinem Rücken war. Es sind viele Erinnerungen entstanden, die ich immer bei mir tragen werde und an die ich immer gerne zurück denken werde. Nökkvi war in der ganzen Zeit nicht nur ein guter Freund, er war auch ein Lehrer für mich.
Nokkvi 4Seit ein paar Jahren genoss Nökkvi dann sein Leben auf der Koppel mit seinen Kumpels Hjarrandi, Tindur und seit Anfang des Winters auch wieder mit Gjandi. Über Besuche und Leckereien freute er sich immer. Immer wenn ich in der Halle ritt, schaute er gespannt von seinem Paddock aus zu, ob ich auch alles richtig machte. Er war eben einfach immer da!
So wurde aus dem kleinen, sturen Pony Nökkvi mein kleiner weißer Schatten, der mir auf Schritt und Tritt mit blindem Vertrauen überallhin folgte. Es genügte ein leises Schnalzen mit der Zunge und der Kleine kam angelaufen, immer mit der Hoffnung auf eine kleine Leckerei in den Augen.
Seit Beginn des letzten Jahres mussten wir gegen viele Koliken kämpfen, die wir jedes Mal besiegten, was uns Hoffnung und Stärke gab. Doch die Kolik am 12. Februar sollte anders enden als die zahlreichen davor. Nach endlosen Stunden des Kämpfens durfte Nökkvi endlich den Weg über die Regenbogenbrücke gehen!
Jetzt auf der anderen Seite kann er wieder mit seinem Freund Tindur und alle den anderen, die vor ihm diesen Weg gegangen waren, herumtoben, bis wir uns irgendwann dort oben wieder treffen werden.

 

„Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich Dich sehen kann, wann immer ich will!“
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„Du bist ein Schatten am Tage                                Wo ich mein Zelt aufschlage,
  Und in der Nacht ein Licht,                                    Da wohnst du bei mir dicht,
  du lebst in meiner Klage                                         Du bist mein Schatten am Tage
  und stirbst im Herzen nicht.                                    Und in der Nacht mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage,                                     Du bist ein Schatten am Tage,
find’ ich von dir Bericht,                                         Doch in der Nacht ein Licht,
Du lebst in meiner Klage                                         Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.                                    Und stirbst im Herzen nicht!“

(Friedrich Rückert)